Über TRAVORS

Das TRAVORS Projekt befasst sich mit dem Umgang von Barrieren in der Erwerbstätigkeit bzw. in der Erlangung einer Erwerbstätigkeit

Menschen mit besonderen Bedürfnissen stellen einen Hauptbestandteil von Personen in Europa dar, die nicht in den Arbeitsprozess integriert sind. Beschäftigung jedoch ist förderlich für die Gesundheit und ist der beste Schutz gegen soziale Ausgrenzung. Der nationalen Politik aber stehen viele Hindernisse in Europa entgegen und die Arbeitslosenquote der Menschen mit besonderen Bedürfnissen ist noch immer höher als der Durchschnitt in allen Ländern. Es besteht die dringende Notwendigkeit, die Wirksamkeit der öffentlichen, privaten und nichtstaatlichen Organisationen, die sich mit beruflicher Integration auseinandersetzen, zu erhöhen.
Lesen Sie hier mehr über den Hintergrund:

Die Lissabon-Strategie und EU-Politik gibt der Teilnahme von Menschen mit besonderen Bedürfnissen eine hohe Priorität. Die nationalen Aktionspläne der Partnerländer konzentrieren sich alle auf die Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in den Arbeitsmarkt. Es gibt bereits in vielen Ländern Reformen, die sich auf unterschiedlicher Art und Weise darauf konzentrieren Menschen mit besonderen Bedürfnissen bei der beruflichen Integration zu unterstützen. Viele Studien und Erfahrungen aus allen Ländern zeigen, dass BeraterInnen und BetreuerInnen mit zusätzlichen Fertigkeiten und Selbstbewusstsein ausgestattet sein müssen, um effektiv im Bereich der beruflichen Rehabilitation arbeiten zu können.

Forschungen auf europäischer und nationaler Ebene haben Fähigkeits- und Wissenslücken bei MitarbeiterInnen im privaten sowie im öffentlichen Sektor, die Menschen mit besonderen Bedürfnissen bei der Erlangung einer Beschäftigung unterstützen, aufgedeckt. Hauptsächlich entstehen solche Defizite auf Grund der Unterschiede, die zwischen der Ausbildung und der Arbeitsmethoden existieren. Viele MitarbeiterInnen im Rehabilitationsbereich haben eine sehr gute klinische Ausbildung, aber nur wenige von ihnen haben eine Ausbildung im Bereich berufliche Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Auf der anderen Seite gibt es viele, die in Beschäftigungsprogrammen arbeiten, jedoch sind Ausbildungen hier nur begrenzt, unstrukturiert oder finden nebenbei am Arbeitsplatz nur durch Beobachtung der Arbeitspraxis statt. Es gibt nur wenige Möglichkeiten für angemessen erforschte und strukturierte Ausbildungen, auch die Anwendung von „evidence-based“ Trainings ist eher unüblich.

Das Projekt TRAVORS konzentriert sich bewusst auf effektive Trainingsmethoden und Fertigkeiten, die bereits im Bereich der beruflichen Rehabilitation erfolgreich erforscht und genutzt wurden. Für Menschen die Vollzeit beschäftigt sind, ist es oft schwierig an einer berufsbegleitenden Weiterbildung, die nicht am Arbeitsplatz stattfindet, teilzunehmen. Daher bieten wir die Möglichkeiten diese Barrieren - durch IKT und andere Methoden – zu überwinden.

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Die Ziele von TRAVORS sind:

  • Entwicklung einer europäischen Lösung eines Beschäftigungsmodells, um die Fertigkeiten von DienstleisterInnen
  • Anbieten einer Ausbildungsmöglichkeit für BerufsberaterInnen, Case ManagerInnen und Berufsberatungsspezialisten, die Menschen mit besonderen Bedürfnissen bei ihrer beruflichen Integration unterstützen.
  • Entwicklung und Erprobung eines Train-the-TrainerInnen Programmes für Personen, welche zukünftigen BerufsberaterInnen und Arbeitsintegrationsbeauftragten Fähigkeiten vermitteln wollen
  • Anbieten einer innovativen und flexiblen Ausbildung
  • Weiterführung der Ausbildung auch nach Ende des Projektes für eine breitere europäische Anwendung

TRAVORS Herangehensweise - Blended Learning (Kombination aus elearning und Präsenzveranstaltung) und gemischte Erfahrungen.

TRAVORS entwickelt ein neues Konzept für eine Ausbildung im Bereich der beruflichen Rehabilitation, welches in ganz Europa angewendet werden kann. In diesem Projekt überarbeiten und übertragen wir ein Berufswiedereinstiegsprogramm aus Großbritannien nach Estland, Griechenland, Spanien und Österreich. TRAVORS bietet keine Ausbildung an, die lediglich Arbeitsmethoden, von denen man meint, dass sie effektiv sind, kopiert. Auch „übersetzen“ wir nicht einfach etwas von dem wir denken, dass es einen guten Kurs darstellt. Die Grundprinzipien der TRAVORS Ausbildung sind:

Selbstvertrauen ist der Hauptbestandteil in vielen neuen Interventionsprogrammen und Ausbildungsentwürfen und Hilft zu verstehen warum Menschen erfolgreich sind. Selbstvertrauen ist eine Theorie über den Glauben an die eigenen Kompetenzen und den Erfolg. Mit anderen Worten: Es erklärt, warum Menschen sich entscheiden zu handeln, und warum diese glauben, dass ihr Handeln Auswirkungen hat und es sich lohnt auch bei Rückschlägen weiterzumachen. Selbstvertrauen wurde umfassend in verschiedenen Bereichen der Psychologie eingesetzt und wird immer mehr auch bei der Arbeitsplatzsuche und bei der aktiven Erwerbstätigkeit eingesetzt. [verstecken]

Viele Kurse, die auf allen Ebenen des akademischen Spektrums überprüft worden sind, scheinen wissensbasiert zu sein. Wissen ist ohne Zweifel sehr wichtig, doch diese Kurse behaupten, dass sie Fertigkeiten und vor allem auch berufliche Fähigkeiten unterrichten. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich das Gegenteil. Unser Prinzip für diese Ausbildung: Wir beginnen mit der Identifizierung der notwendigen Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche Ausübung der Arbeitsaufgabe wichtig sind und lehren dann diese Fertigkeiten, in Form von praxisorientierten Trainingseinheiten. Wissen ist hier mit den trainieren der Fertigkeiten verbunden und wird innerhalb des Arbeitszusammenhanges verwendet. Jedes Wissen, das zusätzlich noch nützlich ist kann aus dem face-to-face Szenario völlig herausgenommen werden, und wird z.B. auf einer Website, einem Arbeitsbuch oder als Teil eines Action Learning Sets weitergegeben. [verstecken]

Es scheint selbstverständlich, dass eine Lernbedarfsanalyse ein Teil eines Ausbildungstransferprojektes sein sollte, aber ordnungsgemäß durchgeführte Lernbedarfsanalysen sind selten. Die Lernbedarfsanalysen tragen wesentlich zum Erfolg bei. Vom Gesichtspunkt des Selbstvertrauens aus müssen die KursteilnehmerInnen merken, dass die Fähigkeiten, die er/sie erlernen es ihm/ihr ermöglichen seine/ihre Arbeit effizienter durchzuführen. Dies wird allerdings untergraben, wenn die Lernbedarfsanalyse nicht ordnungsgemäß oder überstürzt durchgeführt wurde. [verstecken]

Konsolidierung im Rahmen der Arbeit erlaubt spezifische berufsrelevante Aufgaben in Live-Umgebung im Rahmen von Lernen im Klassenraum umzusetzen. Der Schlüssel hierfür ist, dass MentorInnen, TrainerInnen und ManagerInnen in der Lage sind, angemessenes Feedback zu den Leistungen der Lernenden zu geben. Es wird oft angenommen, dass der/die ManagerIn etc. schon erfahren genug ist dies zu tun, aber unserer Erfahrung nach braucht der/die ManagerIn eine Vorbereitung, da er/sie sonst durch ein eher unkonstruktives oder schlecht durchgeführtes Feedback das Lernens verhindern. Wir befürworten die Verwendung von verwertbare Qualitäts-Checklisten, Anweisungen oder Training für ManagerInnen um sicherzustellen, dass die Lernenden angemessen am Arbeitsplatz unterstützt werden. [verstecken]

Diese sind eng verwandte Konzepte. Benutzerfreundlichkeit bezieht sich auf die Leichtigkeit mit der Menschen Systeme bedienen können um gesetzte Ziele zu erreichen (effektiv, effizient, sicher, zufriedenstellend und bequem). Barrierefreiheit ist das Ausmaß, indem Produkte zugänglich sind. Als Minimum möchten wir benutzerfreundliche und barrierefreie Industriestandards verwenden. Wie sie auch bei IT-Systemen angewendet werden, jedoch gehen wir im Bezug auf die Ausbildung noch ein Stück weiter und schließen weitere Dinge mit ein, wie beispielsweise physische Komponenten und ob die Ausbildung gleichermaßen von Teilzeitkräften oder Personen mit Fürsorgepflichten besucht werden kann. [verstecken]

Auf diese Weise möchten wir die professionelle Effizienz der beruflichen Rehabilitationstrainer mit innovativem IKT-basiertem Fernunterricht verbessern. Einfach gesagt wollen wir bessere Ergebnisse für arbeitsunfähige Menschen durch die Verwendung vorhandener Hilfsmittel und Organisationen erzielen.

In diesem Projekt werden wir die Ausbildung mit ungefähr 100 Personen in den Partnerländern testen. Diese werden die erworbenen Kenntnisse anwenden und Menschen mit Behinderungen während eines Zeitraums von sechs Monaten bei der Suche nach einer Arbeitsstelle betreuen. Nach der Evaluation wird der Kurs dann in seiner abschließenden Form erstellt. Am Ende des Projektes hat jedes Partnerland ein Ausbildungsmaterial erstellt, um das Problem der Arbeitslosigkeit von Menschen mit besonderen Bedürfnissen gezielt behandeln zu können.

TRAVORS Projektbuch

Beschreibung der Praxisstandards von Experten für berufliche Wiedereingliederung

Plakat

Broschüre